Diese
Spezialvorlesung von Prof. Sven Rahmann findet im WS 2010/11 statt.
Sie kann im Master als INF-MSc-603 angerechnet werden; bitte frühzeitig mit dem Veranstalter absprechen.
Sie gehört in die SpGs 4,6,7 nach DPO'01 und ist wahlweise als 2V+2Ü = 6 LP (Master) oder 3V+1Ü (Diplom) anrechenbar.
Termin und Raum: Mo 10-12 in OH14/R104 und Do 8-10 ebenfalls in OH14/R104. Davon ist im Mittel eine Stunde Übung.
Sie kann im Master als INF-MSc-603 angerechnet werden; bitte frühzeitig mit dem Veranstalter absprechen.
Sie gehört in die SpGs 4,6,7 nach DPO'01 und ist wahlweise als 2V+2Ü = 6 LP (Master) oder 3V+1Ü (Diplom) anrechenbar.
Termin und Raum: Mo 10-12 in OH14/R104 und Do 8-10 ebenfalls in OH14/R104. Davon ist im Mittel eine Stunde Übung.
Inhalt
Das Verständnis von biologischen Netzwerken spielt heute in den
Lebenswissenschaften eine wichtige Rolle. In
lebenden Organismen sind eine Vielzahl von Netzwerken gleichzeitig
aktiv, z.B. transkriptionelle Regulation, Proteininteraktionen, Signaltransduktion zur Übertragung von Information aus der Umwelt in die Zelle,
metabolische Netzwerke, etc. Man unterscheidet, ob man statisch das
Netzwerk aller (unter geegneten Bedingungen) möglichen molekularen
Interaktinoen betrachtet, oder dynamisch zu gegebenen Bedingungen das
dann aktive Netzwerk.- Bei der transkriptionellen Regulation beispielsweise ergeben sich Abhängigkeiten der Art: Protein A hemmt (oder fördert) die Produktion von Protein B. So entstehen komplexe Netzwerke von Abhängigkeiten mit Rückkopplungen, und man kann die Dynamik solcher Netzwerke mit formalen Methoden untersuchen. Jedoch stoßen wir bereits bei der Aufklärung der Netzwerktopologie (also welche Kanten überhaupt bestehen) auf erhebliche Herausforderungen.
- Proteininteraktionsnetzwerke beschreiben, welche Proteine in der Zelle physikalisch miteinander in Kontakt treten, um bestimmte Funktionen gemeinsam durchzuführen.
- Bei der Signaltransduktion arbeiten ebenfalls verschiedene Proteine in genau festgelegten Kaskaden zusammen, um Informationen über die Umwelt (z.B. "Die Zuckerkonzentration in der Umgebung ist sehr hoch.") über molekulare Mechanismen in die Zelle zu übertragen. Wir untersuchen die Abfolge und wechselseitigen Abhängigkeiten der dazu notwendigen Reaktionen.
- Metabolische Netzwerke beschreiben, wie Stoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden, vom Körper in verwertbare Produkte umgesetzt werden. Hierbei greifen viele verschiedene chemische Reaktionen zwischen organischen Molekülen ineinander und hängen wechselseitig voneinander ab.
Eine Auswahl aus dem Inhalt der Vorlesung:
- Graphen als Netzwerkmodelle
- Beschreibende Eigenschaften von Netzwerken: degree distribution, power law
- Modelle für zufällige Graphen als zufällige Netzwerke
- Was ist transkriptionelle Regulation? Formale Beschreibung von Transkriptionsfaktorbindestellen (TFBSen)
- Schätzung von Regulationsnetzwerken aus Expressionsdaten
- Der EM-Algorithmus
- Anwendung des EM-Algorithmus zur Identifikation von TFBSen
- Das Problem der Identifizierbarkeit in linearen Signal-Sensor-Netzwerken
- Optimierungsprobleme in linearen Signal-Sensor-Netzwerken
- Metabolische Netze und ihre Analyse mit Methoden der linearen Algebra
- Double Description Method (DDM)
- Signaltransduktionsnetzwerke anhand von Beispielen
- Bayes'sche Netze als Modelle für Signaltransduktionsnetzwerke
- Nested Effect Models (NEMs)
Proteininteraktionsnetzwerke und -hypernetzwerkeVorhersage von ProteinkomplexenProbabilistische arithmetische Automaten (PAAs)Anwendung von PAAs zur Identifikation von TFBSen
Literatur und Material
Skript: Ein Skript wird parallel zur
Vorlesung erstellt. Aktuelle Version siehe oberhalb des ZeitplansWeitere Literatur in Kürze hier.
Zeitplan Wintersemester 2010/11
Die Vorlesung findet statt: Mo 10-12 in OH14, R104 und Do 08-10 in OH14, R104.Die Übungen sind in die Vorlesung integriert. Es ist dringend empfehlenswert, sich an den Übungen aktiv zu beteiligen und die Aufgaben zu bearbeiten!
Dieser Zeitplan wird im Verlauf des Semesters aktualisiert.
Aktuelle Version des Skripts.
| Mo
11.10. | Organisatorisches. Übersicht. DNA, RNA,
Proteine. Metabolite. Typen von Netzwerken. Einführungsfolien. |
| Do 14.10. | Graphen und ihre Eigenschaften. Gradverteilung. Potenzgesetz. Dichtemaße. Ausgabe Übungen 1. |
| Mo 18.10. | -- Next Generation Sequencing, Paris -- |
| Do 21.10. | Einfache Modelle für zufällige Graphen. Besprechung der Übungen 1. |
| Mo 25.10. | Modelle für zufällige Graphen: Barabási-Albert, Eigenschaften. Ausgabe Übungen 2. |
| Do 28.10. | Transkriptionelle Regulation. Einfache Motivmodelle. |
| Mo 01.11. | -- Allerheiligen -- |
| Do 04.11. | Motivmodelle: PWMs. Besprechung der Übungen 2. |
| Mo 08.11. | Der EM-Algorithmus. Ausgabe Übungen 3. |
| Do 11.11. | Der EM-Algorithmus - Beispiele und Übungen. |
| Mo 15.11. | Motivsuche mit dem EM-Algorithmus (MEME). |
| Do 18.11. | Satz und Beweis zum EM-Algorithmus. Besprechung der Übungen 3. |
| Mo 22.11. | Lineare Signal-Sensor-Systeme und strukturelle Nullen von Matrizen. |
| Do 25.11. | Struktureller Rang eines Nullmusters. Strukturelle Identifizierbarkeit. |
| Mo 29.11. | Das MINSENSOR-Problem. Ausgabe Übungen 4. |
| Do 02.12. | Ein ganzzahliges lineares Programm (ILP) für MINSENSOR. |
| Mo 06.12. | Separable und sauber separable Signalmengen. |
| Do 09.12. | Besprechung der Übungen 4. Ausgabe Übungen 5. |
| Mo 13.12. | Beste Rang-k-Approximation einer Matrix, Pseudoinverse. |
| Do 16.12. | Besprechung der Übungen 5. Abzählen von Bäumen. |
| --- | Weihnachtsferien |
| Mo 03.01. | Die Singulärwertzerlegung einer Matrix (im Detail). |
| Do 06.01. | Reaktionsnetzwerke: Stöchiometrische Matrix. |
| Mo 10.01. | Die vier durch eine stöchiometrische Matrix definierten Unterräume. |
| Do 13.01. | Gruppenübung: Übungen 6. |
| Mo 17.01. | Extreme Pathways, Double Description Method. |
| Do 20.01. | |
| Mo 24.01. | |
| Do 27.01. | |
| Mo 31.01. | |
| Do 03.02. | Zusammenfassung der Themen, Ausblicke, Prüfungsanmeldung. |
Eventuell weitere Themen, je nach Zeit und Interesse, z.B.:
Vertiefung von MCMC-Methoden zur Netzwerkschätzung
